Parasitenkontrolle

Grundsätzlich werden wir es immer mit Parasiten zu tun haben, es sei denn man hat den Teich ganzjährig überdacht, bzw. eine Innenhälterung. Deswegen sollten wir in erster Linie für eine optimale Umgebung zur Gesunderhaltung der Fische sorgen. Das erreicht man mit einer optimalen Ernährung, nachzulesen unter: Koipflege-Ernährung und einer guten Wasserqualität, nachzulesen unter: Koipflege- Wasserpflege.

Vorbeugen ist besser als Heilen!

So weit so gut. Die Realität sieht meist anders aus. Unsere Teiche sind im Verhältnis zur Natur überbesetzt, da haben Parasiten leichtes Spiel.

 

Wenn Koi springen, zeugt das nicht von Lebensfreude und guter Laune, sondern es ist ein sicheres Zeichen dafür, daß Parasiten plagen.

Auf folgende Symtome sollten sie achten:

Appetitlosigkeit, Flossenkneifen, aphatisches Verhalten, Absondern, Gleichgewichtsverlust, Scheuern, schnelle Atmung,

Parasiten vermehren sich besonders im Frühjahr, wenn der Koi seine Immunabwehr noch nicht voll mobilisiert hat.

Sie befallen die Kiemen und erschweren die Sauerstoffaufnahme. Der Fisch ist gestresst und Bakterieninfektionen können folgen. Geschwächte Tiere ( z.b. durch organisch stark belastetes Wasser ), sind besonders anfällig. Häufig entwickeln die Koi einen grauen Körperfilm ( Schleim ) und hängen an der Wasseroberfläche, meist dort, wo Luft in den Teich gepumt wird.

Diagnose durch Hautabstrich.

Die Erreger sind gut unter dem Mikroskop zu erkennen. Unbedingt behandeln!

 

 

 

Parasiten mit denen wir am häufigsten konfrontiert werden im Überblick

 

 

japan koi manora koi gladbeck parasiten1Costia ( Ichthyobodo necatrix )

Ein so genanntes Geißeltierchen, schlecht zu erkennen, wenn es sich unter dem Mikroskop nicht bewegt.

 

 

 

 

japan koi manora koi gladbeck parasiten2Trichodina

Kleine rundliche Wimperntierchen, die sich aktiv bewegen und an ein Kutschenrad erinnern. Ein Hautparasit der sich explosionartig vermehrt.

 

 

 

 

japan koi manora koi gladbeck parasiten3Ichthyophthirius multifiliisWeißpünktchenkrankheit

Die etwa 0,5-1 mm kleinen Punkte kann man deutlich erkennen.

 

 

 

 

japan koi manora koi gladbeck parasiten4Chilodonella

Unter dem Mikroskop gut zu sehen und leicht an der schraubenförmigen Bewegung zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

Die wichtigsten Hakensaugwürmer sind Dactylogyrus und Gyrodactylus

 

japan koi manora koi gladbeck parasiten5Gyrodactylus

Leben überwiegend auf der Haut, gelegendlich auf den Kiemen. Sind lebendgebärend, wobei die Nachkommen bei der Geburt schon trächtig sein können. Dadurch ist eine explositionsartige Vermehrung möglich.

 

 

 

 

japan koi manora koi gladbeck parasiten6Dactylogyrus

Leben überwiegend auf dem Kiemengewebe, gelegendlich auch auf der Haut. Legen Eier, die eventuell Wochen später schlüpfen. Schädigung des Gewebes und stark verschleimte Kiemen sind die Folge.

 

Diagnose nur mit dem Mikroskop! Man sollte nie vom Organ, auf das man den Parasiten findet auf die Gattung schließen.

 

 

Verschiedene Parasiten- Verschiedene Behandlungen!

Eine möglichst genaue Diagnose ( Mikroskop ) ist für eine Therapie zwingend notwendig. Weiterhin müssen verschiedene Wasserparameter ( PH-Wert, Temperatur, Sauerstoffgehalt, Nitrit, Ammoniak ) genommen werden. Vorbehandlungen und Aufsalzungen bitte berücksichtigen. Bei sehr geschwächten Tieren Medikamente schwächer dosieren.

Fütterung einstellen!!!

 

Am Schluß einige Worte zum Koi- Herpes- Virus.

Trotz größter Vorsicht im Einkauf und bei der Zucht von Koi, läßt sich nicht hunderprozentig sagen, ob nicht doch ein sogenannter Carrier ( Träger des Virus ) in Umlauf gerät. Deswegen ist trotz einer Laboruntersuchung eine ausreichende Quarantäne bei 22°c-25C°direkt nach dem Import ( grosser Stress ) zwingend notwendig.

Bei diesen Temperaturen würde der KHV ausbrechen ( falls vorhanden ). Diese Tiere müssen dann vernichtet werden.

Wir halten unsere Fische sehr lange in Quarantäne, da wir eine Aufzucht betreiben.

In vielen Teichen werden Carrier vermutet. Die Krankheit bricht aber erst bei stark gestressten Tieren, bei hohen Temperaturen auf.